Weckt eure Sinne auf!

Wann habt ihr das letzte Mal ein Essen wirklich genossen? Wann habt ihr es nicht nur richtig geschmeckt, sondern auch wahrgenommen, wie es ausgesehen und gerochen hat? Oder vielleicht sogar, wie es sich angehört hat? Wenn euch diese Fragen seltsam vorkommen, denkt daran: Beim Essen allen fünf Sinnen Aufmerksamkeit zu schenken, ist der beste Weg, die Speise zu genießen und nicht zu viel zu sich zu nehmen.

„Essen ist für uns Menschen eine der größten Quellen der Freude“, sagt Jan Chozen Bays, M. D., Ärztin aus Oregon, Zen-Priesterin und Autorin. „Leider scheinen die Menschen aus dem Gleichgewicht geraten zu sein, was diese Freude angeht.“ Allzu oft essen wir, ohne nachzudenken. Diese Angewohnheit bedeutet nicht nur, dass wir viel weniger Spaß haben, sie kann auch dazu führen, dass wir mehr konsumieren als nötig. Mögliche Folge: ein maßloses und dadurch ungesundes Essverhalten. Wenn ihr euch das nächste Mal an den Esstisch setzt, versucht, genau darauf zu achten, wie unterschiedlich eure Sinne reagieren:

SEHEN

„Die Augen können sich an der Farbe und Form der Speise sattsehen. Also sollte man sich einen Augenblick Zeit nehmen, sie anzusehen und als Kunstwerk zu würdigen“, sagt Bays. Besonders Salate sind mit ihrer Vielfalt an Farben, Konsistenzen und Formen oft sehr schön anzuschauen.

RIECHEN

„Das Meiste, was wir ‚Geschmack‘ nennen, hat eigentlich mehr damit zu tun, wie ein Gericht riecht“, so Bays. Probiert es aus: Ein dis­kretes Schnuppern am Essen kann den Appetit wecken.

HÖREN

„Wenn unsere Ohren etwas von Essen hören, stimuliert uns das“, sagt Bays. So können wir durchaus Appetit bekommen, wenn wir zuhören, wie ein Freund eine tolle Mahlzeit beschreibt. Außerdem wissen wir sehr wohl, dass das Essen bestimmter Speisen bestimmte Geräusche verursacht – und können diese Speisen umso mehr genießen, wenn sich unsere Erwartung dann erfüllt.

SCHMECKEN

„Der Mund liebt verschiedene Geschmäcker, doch er liebt auch wechselnde Sinneseindrücke und Veränderungen in der Konsistenz“, erläutert Bays. Seinen Geschmackssinn zufriedenzu­stellen bedeutet, all diese Aspekte bewusst wahrzunehmen. Zwischen den Bissen einfach die Gabel einen Augenblick zur Seite legen und ein paar Sätze mit dem Tischnachbarn wechseln. Und schon isst man so, wie es die Regel der Achtsamkeit empfiehlt.

FÜHLEN

Wer bewusst registriert, wie sich sein Essen im Mund anfühlt, sollte nicht vergessen, auch auf seinen Magen zu achten. „Viele Menschen haben verlernt zu verstehen, was ihnen ihr Magen zu sagen versucht. Zwischen ‚Ich sterbe vor Hunger‘ und ‚Ich bin vollgefuttert‘ gibt es bei ihnen nichts“, so Bays. Während einer Mahlzeit ab und zu innezuhalten und sich zu fragen: „Wie satt bin ich jetzt gerade?“, ist immer eine gute Methode, ein anschließendes Völlegefühl zu vermeiden.

Eure
Jenn

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