Lasst euer Gemüse nicht im Dunkeln liegen

Niemand möchte im Dunkeln alleingelassen werden. Was für uns Menschen gilt, trifft – wie sich nun herausgestellt hat – auch auf Obst und Gemüse zu! Denn dieses „stirbt“ nicht durch die Ernte, sondern erst, wenn es danach in einen „Sarg“ (einen dunklen Lkw, einen dunklen Kühlschrank oder eine dunkle Kiste) verbannt wird. Das Obst und Gemüse kann dann nicht mehr auf seine Umwelt reagieren und der „Biorhythmus“, der für die Produktion der gesunden sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich ist, kommt zum Erliegen.

Forscher der Rice University und der University of California in Davis haben vor kurzem herausgefunden, dass die Ackerschmalwand (die erste Pflanze, deren Genom sequenziert worden ist und die als Modellorganismus für die Untersuchung vieler Pflanzeneigenschaften wie zum Beispiel der Lichtwahrnehmung dient) eine „innere Uhr“ nutzt, um chemische Stoffe zur Abwehr von Insekten zu aktivieren, kurz bevor diese bei Sonnenaufgang mit dem Fressen beginnen. In einer Folgestudie versuchten die Wissenschaftler, Kohl, Blaubeeren, Möhren, Süßkartoffeln, Zucchini, Spinat und Salat einen neuen, simulierten Biorhythmus mit einem 24-stündigen Tag-Nacht-Zyklus „anzutrainieren“ – ähnlich wie Auslandsreisende sich an eine neue Zeitzone anpassen. Alle Obst- und Gemüsesorten reagierten auf den neuen Rhythmus – sogar die eigentlich unter der Erde wachsenden Süßkartoffeln!

Die leitende Autorin der Studie, Janet Braam, gibt zu: „Wir können nicht sagen, ob absolute Dunkelheit oder viel Licht die Haltbarkeit von Obst und Gemüse verringert. Wir haben jedoch gezeigt, dass es vorteilhaft ist, die ‚innere Uhr‘ von Früchten aufrechtzuerhalten, wenn es um die Abwehr von Insektenbefall geht, und dass es sich zudem positiv auf ihren gesundheitlichen Nutzen auswirken kann.“ Wir wussten schon vorher, dass sich der Anteil an sekundären Pflanzenstoffen in Obst und Gemüse während der Lagerung sogar erhöhen kann. Nun sieht es so aus, dass sich noch mehr gesunde Inhaltsstoffe entwickeln können, wenn wir den Früchten ein wenig Licht gönnen.

Tipps für die Lagerung

  • Obst und Gemüse nie zusammen aufbewahren, da das vom Obst ausgehende Reifegas dazu führen kann, dass das nebenan gelagerte Gemüse frühzeitig reift und verdirbt.
  • Gemüse von (Gummi-)Bändern befreien und in mit Löchern versehenen Beuteln aufbewahren, die Luftzirkulation ermöglichen.
  • Grünes Blattgemüse vor dem Aufbewahren waschen, dann lose einpacken und getrennt von anderem Gemüse lagern.

Euer Dole Team

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