Es ist nie zu spät für ein langes Leben!

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Warum sollte jemand, der trotz eher ungesunder Essgewohnheiten das reife Alter von 70 erreicht, diese Gewohnheiten noch groß ändern? Weil er dadurch noch länger leben könnte, meinen Wissenschaftler. Denn wer sich nach 70 gesund ernährt, erhöht seine Chancen, 80 zu werden.

Nichts geht über eine gesunde Ernährung

Obwohl der Zusammenhang zwischen Ernährung und Lebenserwartung hinreichend erforscht ist, denken viele ältere Menschen, dass es ab einem bestimmten Alter keine große Rolle mehr spiele, was sie essen. Stimmt nicht, besagt eine im Journal of the American Dietetic Association veröffentlichte Studie. Wissenschaftler der University of Maryland untersuchten die Ernährung von 2.582 älteren Menschen zwischen 70 und 79 Jahren und teilten sie in folgende Gruppen ein: überwiegend gesundes Essen (Früchte, Gemüse, Fisch, Geflügel, Vollkorngetreide usw.), Ernährung mit fettreichen Milchprodukten (Eiscreme, Käse, wenig Obst und Gemüse), Süßigkeiten/Desserts (Donuts, Kuchen, Kekse usw.) und sonstige Ernährungsgewohnheiten.

Während der zehnjährigen Studie starben 739 Teilnehmer. Verglichen mit der Gruppe, die sich gesund ernährte, wiesen diejenigen, die viele fettreiche Milchprodukte zu sich nahmen, innerhalb dieser zehn Jahre eine 40 % höhere Sterblichkeitsrate auf. Bei der „Süßigkeiten“-Gruppe erhöhte sich die Sterblichkeit um 37 %. Die Gruppe mit gesunder Ernährungsweise nahm außerdem bedeutend mehr Folsäure (+ 17 %), Vitamin B12 (+ 22 %) und Betacarotin (Provitamin A, + 36 %) zu sich.

Aktiv bleiben und das Leben genießen

Solche Ergebnisse sind besonders wertvoll für unsere immer älter werdende Bevölkerung, denn weltweit soll die Zahl der Menschen über 65 Jahre bis zum Jahr 2030 auf fast eine Milliarde ansteigen und sich somit mehr als verdoppeln. Die Auswirkungen von ungesunder Ernährung und ungesunder Lebensweise potenzieren sich wechselseitig – durch ein Umdenken lässt sich hier jedoch viel erreichen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Lebenserwartung zu 75 % von Entscheidungen abhängt, die nicht nur Auswirkungen auf die reine Lebensdauer haben, sondern auch auf die Lebensqualität. So ergab beispielsweise eine Studie von Dr. David Nieman, Leiter des „Human Performance“-Labors und Mitglied der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Appalachian State University, dass ältere Menschen, die mehr als zwei Portionen Gemüse pro Tag aßen, seltener unter nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit litten (–38 %).

Auch Bewegung spielt eine entscheidende Rolle: So fand Dr. David Nieman heraus, dass die Immunzellen aktiver älterer Frauen um 67 % besser arbeiteten als diejenigen von weniger aktiven Frauen. Es ist also wissenschaftlich erwiesen, dass Ernährung und Bewegung in jedem Alter wichtig für ein langes und gesundes Leben sind.

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