Die Lösung für das Kernproblem

Obst- und Gemüsekerne sind nicht giftig, sondern sogar besonders gesund

Als wir Kinder waren, wurde vielen von uns der gute Rat gegeben, keine Obst- und Gemüsekerne (von Orangen, Wassermelonen, Papayas, Paprika usw.) zu essen – die überwiegende Meinung war, dass sie ungenießbar seien, vielleicht sogar giftig. Und auch als Erwachsene sind wir der Gewohnheit treu geblieben, Apfelkerne wegzuwerfen oder Traubenkerne auszuspucken. Doch nun stellt sich heraus, dass wir auch hier wieder einem Ernährungsmythos aufgesessen sind: Obst- und Gemüsekerne sind alles andere als ungesund, sondern tatsächlich die nährstoffreichsten Bestandteile der gesamten Pflanze!

Es ist zwar richtig, dass Stoffe, die in hohen Dosen giftig sind (zum Beispiel Arsen), natürlicherweise im Boden vorkommen und auch in Kerne gelangen, doch geschieht dies nur in so geringer Konzentration, dass keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu befürchten sind. Tatsächlich hat eine vom Dole Nutrition Institute durchgeführte sorgfältige Untersuchung keinen Beleg dafür gefunden, dass die Kerne häufig verzehrter Obst- und Gemüsesorten giftig sind. Und nicht nur das: Die Kerne und auch die Schale enthalten alle Nähr- und sekundären Pflanzenstoffe, die das Fruchtfleisch enthält, allerdings konzentriert und in größeren Mengen. So wurde dem Öl, das aus Apfelkernen gewonnen wird, in Labortests eine antibakterielle Wirkung bescheinigt. In einer anderen Studie wurden Traubenkerne aus Weingütern analysiert und ihre gerinnungshemmende Wirkung mit der von Traubenschalen verglichen – dabei erwiesen sie sich als zwei- bis dreimal so wirksam wie Letztere.

Nicht wirklich leicht zu essen, aber mit besonders viel Eiweiß, gesunden Fetten, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen ausgestattet sind Dattelkerne, die somit eine gesunde Nahrungsergänzung darstellen könnten.

Doch warum sind Kerne so gesund? Ganz einfach: Sie müssen alle Nährstoffe enthalten, die die späteren Pflanzen brauchen, um zu gedeihen. Zudem setzen sie sich mit sekundären Pflanzenstoffen, die auch den entstehenden Keim wirksam schützen, gezielt gegen Umweltbelastungen und „Fressfeinde“ zur Wehr.

Bei genauerer Überlegung sind die ausnehmend gesundheitsfördernden Eigenschaften von Obst- und Gemüsekernen gar nicht so verwunderlich. Schließlich wissen wir alle, wie nährstoffreich Leinsamen oder auch Chiasamen sind.

Und es gibt noch viele weitere Beispiele: Eine Handvoll (ca. 28 g) Sesamsamen deckt 30 % eures täglichen Kalziumbedarfs, dieselbe Menge Sonnenblumenkerne die Hälfte eures täglichen Vitamin-E-Bedarfs, was Sonnenblumenkerne als Vitamin-E-Quelle sogar Mandeln überlegen macht! Apropos: Diese und andere gesunde Superstars unter den Nüssen (zum Beispiel Walnüsse) sind selbst Kerne. Okay, Birnen- oder Grapefruitkerne sind vielleicht nicht ganz so appetitlich wie eine Handvoll Pistazien. Da gilt es, kreativ zu werden: Klein geschnittene oder gemahlene Wassermelonenkerne könnt ihr zu Tee aufgießen. Papayakerne passen (püriert) prima in Salatdressings. Und wenn ihr Äpfel entsaftet oder püriert, dann verwendet doch einfach die ganze Frucht – einschließlich der Kerne.

Euer Dole Team

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